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Arbeitshandschuhe im Vergleich: Nitril, Latex, PU, Leder oder Strick?

XT-Trade
2026-07-23 10:18:00 / Handschutz-Ratgeber / Kommentare 0

"Wir nehmen Nitril" ist eine der häufigsten Aussagen in der Handschuhbeschaffung – und eine der ungenauesten. Nitril beschreibt ein Material, keine Schutzleistung. Entscheidend sind Schichtdicke, Beschichtung, Passform und die geprüfte Leistung nach der jeweils zutreffenden Norm. Dieser Überblick ordnet die gängigen Materialien ihren tatsächlichen Einsatzbereichen zu.

Nitril: der Allrounder mit klaren Grenzen

Nitril ist mechanisch belastbar, beständig gegen viele Öle, Fette und eine Reihe von Lösemitteln und enthält keine Latexproteine – ein wichtiger Punkt für Betriebe mit Allergiefällen.

Die entscheidende Unterscheidung: Ein Einweghandschuh mit etwa 0,10 bis 0,15 mm Schichtdicke ist ein Hygiene- und Kontaminationsschutz. Ein Chemikalienschutzhandschuh mit 0,3 mm und mehr ist eine andere Produktkategorie mit geprüfter Durchbruchzeit nach EN ISO 374-1. Beide tragen dasselbe Materiallabel.

Latex: bestes Tastgefühl, klare Einschränkung

Latex bietet hervorragende Elastizität und Fingerfertigkeit. Für feinmotorische Arbeiten ist es nach wie vor die komfortabelste Lösung. Zwei Einschränkungen sind zu beachten: das Allergiepotenzial durch Naturlatexproteine und die begrenzte Beständigkeit gegen viele organische Lösemittel.

PU-Beschichtung: der Standard für Montage und Feinarbeit

PU-beschichtete Strickhandschuhe sind der meistgenutzte Handschuh in Montage, Lager und Elektronikfertigung. Die dünne Beschichtung erhält das Tastgefühl und verbessert den Griff deutlich, das Trägergewebe bleibt atmungsaktiv. Für Chemikalienkontakt sind sie nicht vorgesehen, für mechanischen Schutz nach EN 388 dagegen sehr gut geeignet.

Leder: mechanisch robust, unempfindlich gegen Hitze

Lederhandschuhe punkten bei Abrieb, Schnitt und Kontaktwärme. Typische Einsatzbereiche sind Metallbau, Schweißarbeiten, Bau und Entsorgung. Nachteil: Bei Nässe verliert Leder Form und Schutzwirkung und trocknet langsam.

Strick und Baumwolle: Basis- und Unterziehhandschuhe

Unbeschichtete Strick- und Baumwollhandschuhe sind Basisschutz gegen Verschmutzung und leichte mechanische Beanspruchung. Als Unterziehhandschuh unter einem Chemikalienschutzhandschuh verbessern sie den Tragekomfort bei langen Einsätzen deutlich.

Die drei Normen, die Sie kennen sollten

EN 388 – mechanische Risiken. Die vierstellige Kennziffer steht für Abrieb, Schnitt, Weiterreiß- und Durchstichfestigkeit, ergänzt um den Buchstaben für den TDM-Schnitttest von A bis F.

EN ISO 374-1 – Chemikalienschutz. Angegeben werden die geprüften Chemikalien und die Durchbruchzeit in Klassen von 1 bis 6.

EN 407 – thermische Risiken, relevant für Schweiß- und Gießereiarbeiten.

Wichtig: Die Durchbruchzeit gilt unter Laborbedingungen. Mechanische Beanspruchung, Wärme und Dehnung verkürzen sie im realen Einsatz messbar. Legen Sie das Wechselintervall deshalb konservativ fest und dokumentieren Sie es in der Betriebsanweisung.

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Ergänzend sinnvoll: Wer Handschuhe für Chemikalieneinsätze beschafft, benötigt meist auch Einweg-Overalls und Atemschutz im gleichen Prozess.

Fazit

Der richtige Handschuh ergibt sich aus der Tätigkeit, nicht aus dem Sortiment. Erstellen Sie einmalig eine Zuordnung von Arbeitsbereich zu Handschuhtyp – das reduziert Sortimentsbreite, Bestellaufwand und Fehlgriffe gleichermaßen.

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